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Freikampf

Der freie Kampf (koreanisch: Chayu-Taeryon) soll dazu dienen, die erlernten Techniken mit dem Partner, (nicht etwa gegen einen Gegner) anzuwenden. Prinzipiell unterscheidet man zwischen 3 Arten des Kampfes: Voll-, Semi-, und Leichtkontakt. Optisch unterscheidet sich vor allem der Vollkontaktkampf von Semi- und Leichtkontakt. Zu der Grundausstattung zum Vollkontakt gehören Kopfschutz, Kampfweste, und Schienbeinschutz, während bei Semi- und Leichtkontakt mit Hand- und Fußschützern (ohne Weste) gekämpft wird. Der Kopfschutz ist immer häufiger sowohl bei Semi- als auch bei Leichtkontaktturnieren zu sehen und wird teilweise auch schon von einigen Veranstaltern vorgeschrieben. Die unterschiedliche Ausstattung der Kämpfer resultiert aus den unterschiedlichen Kampfformen: Beim Vollkontaktkampf sollen die Techniken mit voller Kraft ausgeführt werden. Dabei dürfen nur die farbig markierten Trefferpunkte der Kampfweste, sowie der Kopfschutz getroffen werden. Für Kopftreffer gilt zudem, dass dieser nicht mit Handtechniken angegriffen werden darf. Diese Kampfversion stellt die olympische Form des Taekwon-Do dar und wird vor allem durch den Weltverband „World Taekwon-Do Federation“ (WTF) vertreten. Allerdings scheint die Aufnahme in das olympische Programm unter -sagen wir- nicht ganz den olympischen Prinzipien entsprechenden Mitteln, vonstatten gegangen zu sein. (s.  Zwischenruf)

Semi- und Leichtkontakt unterscheiden sich nicht in der Ausstattung, jedoch grundlegend in ihrer Durchführung: Die Kämpfe im Semikontakt werden nach dem sogenannten „Punkt-Stop“ Verfahren ausgetragen, d.h. nach einem Treffer wird der Kampf unterbrochen und die Punktrichter zur Abstimmung über diesen Treffer aufgefordert. Beim Leichtkontakt wird der Kampf nur dann unterbrochen, wenn er unsauber geführt wird, oder die Kämpfer sich nicht regelkonform verhalten. Dazu gehört auch das Verlassen der Kampfmatte und das Hinfallen.

Da wir zwar auch den Vollkontaktkampf unterrichten, jedoch nur an Semi- und Leichtkontakt Turnieren teilnehmen, möchte ich auf diese Formen besonders eingehen.

1. Semikontakt

Semikontakt wird auf einer Kampffläche von 7 mal 7 Metern ausgetragen. Zu einem Kampfgericht, also dem Gremium, welches den Kampf leitet gehören :

* Der Hauptkampfleiter, der mindestens den 5. DAN Taekwon-Do (Großmeister) innehaben sollte.
* Die Punktrichter: Mindestens 2 DAN-Träger, welche Punkte anzeigen und bewerten.
* Die Tischbesetzung: Je ein Zeitnehmer und ein Punktanzeiger.

Der Hauptkampfleiter leitet den gesamten Kampf, von der Begrüßung über den Kampf bis zur Verkündung des Siegers. Dabei soll, der Etikette des Taekwon-Do entsprechend, die Entscheidung des Kampfgerichtes von den Kämpfern nicht angezweifelt werden.

Die Wertung der Treffer:
Treffer werden von den Punktrichtern bewertet, wenn der Hauptkampfrichter den Kampf unterbricht und sie zur Abgabe ihrer Wertung auffordert. Dabei gilt beim Semi-Kontakt: Die Treffer dürfen nicht mit voller Härte ausgeführt werden, sondern sollen vor dem Treffen abgestoppt werden. Die Punktrichter entscheiden, ob sie einen Treffer erkannt haben und welche Punktzahl dieser Treffer wert ist. Es gilt: Ein normaler Körpertreffer mit Hand oder Fuß aus dem Stand, sowie Handtreffer aus dem Stand zum Kopf werden mit einem Punkt bewertet. Fußtreffer zum Kopf, Handtechniken im Sprung zum Kopf oder eine Fußtechnik im Sprung zum Körper werden mit zwei Punkten bewertet. Drei Punkte sind zu vergeben, wenn der Kopf mit einer Sprungtechnik mit dem Fuß getroffen wird.
Die Punktrichter werten mittels einer blauen und einer roten Fahne, mit der sie anzeigen, welcher der Kämpfer einen Treffer erzielt hat. Zusätzlich geben sie an, mit wie vielen Punkten sie diesen Treffer werten.